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Kurznetziger Hexenröhrling (Boletus mendax, syn. Suillellus mendax)

Haben Sie bei der Bestimmung eines Netzstieligen Hexenröhrlings (Boletus luridus) schon mal gezögert und meinten auch Merkmale eines Flockenstieligen Hexenröhrlings (Boletus erythropus) zu erkennen? Dann könnten Sie auf die erst 2013 von Vizzini et al. beschriebene Boletus mendax gestossen sein. Die nahe mit B. luridus verwandte Art (beide Arten werden mittlerweile in die Gattung Suillellus gestellt, während B. erythropus neu Neoboletus heissen soll) unterscheidet sich von dieser besonders durch 1) eine Stieloberfläche, die häufig oben genetzt und unten flockig ist, 2) eine schmächtigere Statur, 3) häufige Rottöne am Fruchtkörper, sowie 4) durch mikroskopische Details. Sollten Sie auf einen B. mendax-Verdachtsfall stossen, würden wir uns sehr über das Zusenden von Belegen inkl. Fundangaben freuen, welche wir dann genetisch überprüfen könnten (auch ältere Herbarbelege sind willkommen).

Blauer Rötling (Entoloma bloxamii)

Der Blaue Rötling (Entoloma bloxamii) ist eine auffallende, seltene Art von Wiesen und Weiden, eine Art, die nicht nur in der Schweiz auf der Roten Liste mit dem Status «gefährdet» steht.

In älterer Bestimmungsliteratur wird die Art oft auch unter dem Namen Entoloma madidum geführt. Dass die kräftigen Pilzfruchtkörper mit den blauen Hutfarben sich in den Farbtönen oft beträchtlich unterscheiden, zeigen die Bilder im Internet zu diesen Pilzen.

In Grossbritannien wurde der Blaue Rötling in ein spezielles Artenschutzprojekt aufgenommen, das sich seltenen und vielleicht oft übersehenen Arten widmet. Fruchtkörper wurden sowohl morphologisch wie auch genetisch genauer untersucht. Zur Überraschung der involvierten Mykologen zeigten sich auf dem Untersuchungsgebiet fünf molekulargenetisch deutlich verschiedene Gruppen, die man als eigene Arten interpretieren kann: E. bloxamii s. str., E. madidum, E. ochreoprunuloides forma hyacinthinum und als neu beschriebene Art E. atromadidum. Die Fruchtkörperfarbe hat sich dabei als wichtiges morphologisches Unterscheidungsmerkmal dieser fünf Arten entpuppt.

Artbeschreibungen (nur auf Englisch) und Fotos der Arten können Sie hier finden.

Wir möchten nun gerne wissen, welche Arten in der Schweiz vorkommen und bitten deshalb um Ihre aktive Mithilfe.

Wie kann ich mitmachen?

  1. Pilz(e) und Lebensraum fotografieren, besonders auf die Hutfarben achten.
  2. Standort- und Funddaten so genau wie möglich notieren (z.B. mit Hilfe der Smartphone Applikation FlorApp)
  3. Pilzfruchtkörper halbieren und auf einem Dörrex trocknen.
  4. Einschicken der Exsikkate an Dr. Andrin Gross , WSL, Zürcherstr. 111, 8903 Birmensdorf (Unkosten werden rückvergütet).
 

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